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WAZ. Erstmals traut sich der TuS Bommern an eine Großveranstaltung in der Aerobic heran - 325 Aktive starten Samstag bei der offenen NRW-Meisterschaft.

Über einige Jahre hinweg haben die „Hot Socks“ die Fahne des TuS Bommern in Sachen Aerobic hochgehalten, lieferten mit ihren Step-Übungen nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch auf internationalem Parkett herausragende Leistungen ab. Jetzt rücken talentierte, junge Sportler nach, die am Samstag (ab 11 Uhr, SuFz Bommerfelder Ring) bei der offenen Landesmeisterschaft vor eigenen Rängen ihr Können zeigen wollen.

„Der organisatorische Aufwand für eine solche Veranstaltung ist immens“, betonte Bommerns Vereinsmanager Björn Pinno. Schon seit einem Jahr sind die Verantwortlichen aus der Turnabteilung dabei, diese NRW-Meisterschaft zu planen, die zum ersten Mal in Bommern ausgerichtet wird. „Es gibt bundesweit nicht ganz so viele große Wettkämpfe im Aerobicturnen“, sagt Organisations-Leiterin Bettina Raasch. Wann immer die von Jochen Iseke trainierten Wittenerinnen auf Turnierreisen gehen - meist sind es weite Fahrten bis nach Hessen, Niedersachsen oder in den Osten der Republik. „Daher wollten wir auch mal selbst einen solchen Wettbewerb stemmen. Vor allem soll es eine wertige Veranstaltung werden“, erklärt Björn Pinno. Insgesamt 325 Starter haben die Bommeraner vorab registriert, 13 Vereine aus nahezu dem gesamten Bundesgebiet kommen in die Ruhrstadt.

„Ohne unsere vielen Helfer, vor allem die immer bereitwilligen Eltern unserer Sportler, könnten wir das gar nicht schaffen“, sieht Bettina Raasch den TuS vor einer Mammutaufgabe. Die schon am Freitag begann und viel Muskelkraft erforderte: Den speziellen Sportboden von zehnmal zehn Metern Größe, den man für die Aerobic bei einer solchen Meisterschaft benötigt, die auch als Ranglistenturnier mit Hinblick auf die DM-Qualifikation zählt, haben sich die Wittener bei einem befreundeten Verein in Rothenburg/Wümme geliehen. „Der wiegt alleine rund 1,7 Tonnen. Würden wir uns sowas selbst anschaffen, wären 18.000 Euro fällig“, so Pinno zum Thema Material.

Die Bommeraner Sporthalle ist für diese vierte NRW-Meisterschaft vorab minuziös verplant worden - in Aufwärm- und Wettkampfbereich, auch das Schiedsgericht muss seinen Platz haben, ebenso das Areal für die Siegerehrungen, die ganz zum Schluss stattfinden. Los geht’s mit dem ersten Start um 11.15 Uhr, einturnen dürfen sich die Aktiven bereits ab 9 Uhr. „Bei über 300 Sportlern, die früh morgens alle nach und nach eintrudeln, muss man schon eine genaue Einteilung haben“, sagt Pinno.

Der technische Ablauf für die insgesamt 150 Starts (à jeweils 80 Sekunden) in den verschiedenen Altersklassen und Disziplinen - vom Solo über Zweier- und Dreier-Gruppen bis hin zu den Mannschaften im Aerobic-Step oder Aerobic-Dance (sechs bis zwölf Personen) - wird über ein ausgeklügeltes Computer-Programm gesteuert. „Die Teams haben ihre jeweiligen Musiken vorab als Datei geschickt, daraus wird gewissermaßen eine Playlist erstellt“, erklärt Christoph Jannusch vom TuS Bommern, der als Webdesigner gemeinsam mit einem befreundeten Programmierer für die Umsetzung am Rechner zuständig war. Der Gastgeber selbst schickt am Samstag 18 Aerobic-Turnerinnen im Alter von acht bis 15 Jahren auf die Fläche. Keine Frage, dass die Schützlinge von Jochen Iseke beim „Heimspiel“ vor Freunden und Bekannten besonders glänzen wollen.

WAZ-Bericht von Oliver Schinkewitz